2. September 2008

Barkultur Nürnberg

30. Juli 2008

Endspurt

Jetzt geht es zu Ende. Nicht mit mir, aber mit meiner Zeit in Berlin. Mein vorletzter Arbeitstag ist fast zu Ende und ich bin dabei meine diversen "Testamente" zu schreiben. "Testamente" im übertragenen Sinn, aber ein bisschen so kommt es mir vor, wenn ich in knappen oder auch weniger knappen Mails meine verschiedenen Projekte zusammenfasse und an die jeweiligen Leute übergebe.

Ich selbst bin nicht der größte Fotograf und habe daher auch nicht besonders viele Erinnerungsfotos gemacht, mit denen ich euch ab Freitag, wenn ich wieder zu Hause bin, beglücken kann. Dafür hat mich mein Video-Kollege auf eine umso schönere Sache gebracht: Berlin in drei Minuten, als Video. Lasst euch überraschen!

So aufregend ist Berlin

20. Juli 2008

Nächtliches Geschehen

Ich habe mich immer gefragt, wann ich das nächste Mal die Zeit und den Nerv dazu finden würde, hier wieder einen netten kleinen (oder auch etwas größeren Post) zu veröffentlichen. Dass es nachts um vier sein würde, weil ich durch das sehr laute Heimkommen meiner MItbewohnerin aufgewacht bin und durch ihre noch lauteren sexuellen Aktivitäten, die sich zwar mit iPod auf Disko-Lautstärke übertönen lassen (das habe ich das letzte Mal schon herausgefunden) wachgeworden bin, hätte ich nicht gedacht. Aber so gut die Methode ist, schlafen kann dann leider auch nicht mehr. Lange Rede kurzer Sinn: Bei aktuell dem Finale von Tanz der Vampire auf dem Ohr, fasse ich gerne leicht schlaftrunken zusammen, was in den letzten Wochen so passiert ist.

Nach meinem Ausflug ins Berhain, einen recht bekannten Club in Berlin, wollte ich eigentlich ziemlich zeitnah hier meine Einrücke und Erlebnisse von dort für euch festhalten, das Problem war lediglich, einen "geschwister- und familientauglichen" Ton für das zu finden, was dort erlebt habe. Das habe ich zwar immer noch nicht, aber jetzt ist auch nicht der Moment dafür. Ich schreibe einfach mal drauf los. Eingestimmt wurde ich auf diese prägende Erfahrung durch eine nette Aufgabe in meinem Praktikum. Beim Erstellen einer sogenannten Blacklist an Webseiten, auf denen mein Arbeitgeber lieber keine Werbung für sein Produkt haben möchte, habe ich mich zwei Tage lang von morgens bis abends durch 50.ooo Webseiten geklickt. Wie man sich das Vorstellen kann? Mit ein wenig Fantasie, einer Bad-Word-List zur Anregung meiner Kreativität und der Suchfunktion in Excel die "verdächtigen" Seiten ausfindig machen und bei Unklarheiten (schwanz-wichsen-online, kreatives-onanieren oder sm-fetisch wären keine) oder begründeten Interesse ;-) durfte ich dann klicken. Am ersten Tag war das in gewisser Weise ja noch spannend, am zweiten eher nervtötend. Auf jeden Fall war es eine gute Einstimmung auf meine Nacht im Berghain. Einem Club, der laut Web-Recherche keine Spiegel oder andere spiegelnde Oberflächen hat, um die größtmögliche Privatsphäre zu garantieren. Fotos konnte ich leider auch keine machen, da Kameras aus dem gleichen Grund verboten sind. Gesorgt wird dafür mit der wohl krassesten Einlasskontrolle die ich je erlebt habe. Kaugummis, Geldbeutel nichts war vor der Frau sicher, die mich auch hätte an Ort und Stelle ausziehen können, so genau wollte sie es wissen. Das war auf jeden Fall der lauteste, schrägste, schwulste und am längsten geöffnetste Club (Sonntag 19.00 Uhr) ever. Ein nettes Detail: Statt Strobo-Licht werden hier die Jalousien ganz schnell auf und zu gemacht...

Mit einem kurzen Drücken auf den Pause-Knopf habe ich bemerkt, das die Beschallung von nebenan noch andauert, daher hier noch eine weitere Geschichte. Das mit dem Berghain ist ja nun auch schon ziemlich lange her. Von da bis jetzt sah mein Tagesablauf ehrlich gesagt ziemlich beschissen aus. Ich war fast nicht mehr weg, nur noch in der Arbeit und abends so platt, dass ich nach Kochen, GZSZ und etwas Lesen jeden Tag einfach nur ins Bett gefallen bin und die Wochenende damit verbracht habe noch mehr zu schlafen und das Chaos der vergangenen Woche zu beseitigen. Zwei Highlights gab es aber doch: Das Ärzte-Konzert in der Wulheide und die Joop!-Show bei der Mercedes-Benz Fashionweek.

Das Ärzte-Konzert ist schnell beschrieben, war dafür aber ein umso tolleres Erlebnis. 17.000 Menschen, die Wulheide in Berlin zum sechsten Mal in diesem Jahr ausverkauft und als Überraschung für die Fans die Beatsteaks als Vorband. Das war schon was. Drei Stunden super Stimmung, lustige Pannen auf der Bühne, da sich die Crew ein paar Scherze hat einfallen lassen, und einfach ein geiles Konzert.

Auf die Show von Joop! kann ich da schon ein paar mehr Worte verwenden, denn das war mal ein richtiges Event. Lustigerweise in der oben erwähnten Location (das hätte ich auch nicht gedacht, dass ich da so schnell wieder hin komme). Die Einladung dazu trudelte ganz unverhofft im Büro bei mir ein, von der PR-Agentur die das Label vertritt und bei der ich für einen Artikel (über PUMA-Schuhe) kurz zuvor Bilder angefragt hatte. Der Abend selbst war wirklich fernsehreif. Viele Journalisten, roter Teppich, Champagnergläser, die sich ständig wieder neu gefüllt haben, Stars und Sternchen, andere Leute die sich sehr wichtig vorgekommen sind, feine Canapés und und und. Nachdem die Show dann mit 1 1/4 Stunden Verspätung begonnen hat, durfte man die Kollektion von Dirk Schoeneberger für Joop! Jeans bewundern. Einen Eindruck kann man hier bekommen: Geishas und Raver erobern den Catwalk
Im Anschluss an die Show gab es dann noch mehr Champagner, Wein und Canapés sowie ab 23 Uhr eine coole Aftershowparty in der Panorama Bar. Das DJ Duo "Justice" das dort auftrat ist sicher genauso berühmt, wie die vielen Promis, die sich dort getummelt haben, aber da bin ich ehrlich gesagt so absolut uninformiert, dass ich sogar Eva Padberg erst, sagen wir mal auf den dritten Blick und weil ihr der rbb ein Mikro unter die Nase gehalten hat, erkannt habe. Sonst war es aber spitze (und alles gratis versteht sich). Das hat sich dann auch in meinen Kopfschmerzen am nächsten Morgen im Büro niedergeschlagen.

Apropos Büro: Ich werde noch ganze acht Mal hier in Berlin zur Arbeit gehen, zwei nette vier Tage Wochen, dazwischen ein Wochenende voller Geburtstage und anderer Feiern in Nürnberg und dann ist es wirklich schon vorbei. Vier Monate Berlin sind verronnen wie nichts, gerade mal zwei Freundinnen haben es geschafft mich zu besuchen, im Büro gibt es noch Berge an Arbeit, die ich wahrscheinlich mit ins Nürnberger Home-Office nehmen werde, und ich habe heute schon die ersten beiden Umzugskartons gepackt. Da geht bald eine echt sehr spannende Zeit für mich zuende, doch ich freue mich auch schon wieder wahnsinnig auf zu Hause. Meine eigene Wohnung, zwei Monate Ferien, die Suche nach einem neuen Job, Familie, Freunde, Spülmaschine und schalldichte Wände ;-)

Das war jetzt auch mein Stichwort: Es scheint ruhiger geworden zu sein. Da werde ich die Gelegenheit nutzen und mich wieder aufs Ohr hauen, ich hatte ja schon seit 23 Uhr geschlafen. Macht's gut!

P.S. Was zum Kucken (und von mir zum Lesen) gibt es mal wieder hier: Zehn Männer zum Verlieben und Zehn Frauen zum Verlieben! Ich sage nur Johnny Depp und Johnny Depp und Johnny Depp und ... Natürlich googleoptimiert.